Fränkische Landeszeitung, 15.04.2005
Betriebe sollen sich zusammenschließen
Dinkelsbüh (ml) - Wenn die Interessenvertreter von Handel und Gastronomie ins Rathaus kämen müsste der Oberbürgermeister eigentlich zittern, meint Amtsinhaber Dr. Christopf Hammer. Dass er derzeit keine Angst haben muss, wurde auch ihm selbst beim Unternehmerstammstisch bedauert. Er forderte die rund 40 Betriebsinhaber auf, sich ein gemeinsames Sprachrohr zu schaffen.
Das Fehlen von funktionierenden Interessevertretungen der Wirtschaft in der Stadt wurde von den Betroffenen selbst bedauert. Gastronom Richard Kellerbauer beklagte, dass mit dem Verband der Salbständigen, " so wie er jetzt ist, kein Cent mehr zu gewinnen ist". Der Oberbürgermeister empfahl den Betrieben, sich unabhängig von irgendeinem Verband
brachenübergreifend zusammenzuschließen. In einer gemeinsamen Interessenvertretung könnten die einzelnen Gruppen wie Einzelhandel, Gastronomie, Ärzte und Freiberufler eigene Sprecher haben. Über diese Sprecher könnte dann auch die Kommunikation mit der Stadt laufen. Dies wäre auch eine Erleichterung für die Verwaltung, der es oft an Ansprechpartner fehle.
Nachdem in der Vergangenheit solche Zusammenschlüsse oft gescheitert waren, weil die Repräsentanten von Werbegemeinschaft oder Bund der Selbständigen bei Teilen der Dinkelsbühler Betriebsinhaber auf Vorbehalte gestoßen waren, wurde beim Stammtisch auch die Führungsfrage gestellt.
Textilieneinzelhändler Bernd Habelt brachte die örtliche Regionalbanken ins Gespräch. Hier hat Habelt Persönlichkeiten ausgemacht, die er sich als Führung für so einen Zusammenschluss vorstellen kann Dr. Hammer appellierte an die Unternehmer zu verinnerlichen, dass man voneinander profitiere. So profitiert Textilhändler A. von Textilhändler B, weil, wenn es nur einen geben würde, seine Frau nicht in die Stadt zum einkaufen gehen würde. Er forderte den Handel auch zu mehr Gemeinsamkeit bei den Öffnungszeiten auf und wies darauf hin, dass ein großer Teil des Handels auch sonntags öffnen könnte, davon aber, zum Beispiel währende des Weihnachtsmarktes zu wenig Gebrauch mache. Mehrfach bot der Handel und Gastronomie die Kooperation und die Bereitstellung von der Wirtschaft ausgehen. " Wir sind kein Unternehmer".
Der Oberbürgermeister konkretisiert auch seine Vorstellung zum Thema Stadtmarkering und die bei der Jahresversammlung des Bundes der Salbständigen geboren Idee zur Schaffung einer Citymanagers: Gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden will er zunächst über eine neue Aufgabeverteilung im Touristik Service und Wirtschaftsförderung sprechen.
Er sichert den Betriebsinhabern zu, dass für mögliche Personalkosten allein die Stadt aufkommen werde. Eine finanzielle Beteiligung der Unternehmen erwarte er jedoch bei der Durchführung einzelner Aktionen. Gelöst hat der Oberbürgermeister die Finanzierungsprobleme beim Weihnachtsmarkt. "Die Fieranten übernehmen mehr Verantwortung ", so dass die Kosten für die Stadt bei gleicher Qualität des Marktes auf ein viertel sinken. Kritik an der Ansiedlungspolitik der Stadt wies Dr. Hammer zurück.
Man lebe nicht mehr in den 60er und 70er Jahre. Der Erhalt von Arbeitsplätzen und erst recht die Schaffung neuer sei ungleich schwieriger geworden. Vorgestellt wurde beim Stammtisch auch das "Magische Dreieck" und das neue Wirtschaftsförderungskonzept.

