Fränkische Landeszeitung , 17.01.2006
City-Manager: Finanzierungsbasis steht
Auf Stellenausschreibung gingen 20 Bewerbungen ein - Entscheidung soll am 31. Januar fallen. Dinkelsbühl (bi) - Es scheint tatsächlich zu klappen mit dem City-Manager für Dinkelsbühl, denn von einer ausreichenden Anzahl von Betrieben wurde inzwischen nicht nur der Wille bekundet, einen solchen hauptamtlichen Interessenvertreter zu bekommen, sondern auch die konkrete Bereitschaft, diese Stelle zu finanzieren. Exakt 85 Unternehmen hätten entsprechende Bankeinzugsermächtigungen unterschrieben, so Dr. Christopf Hammer. Das für die Bezahlung einer für diese Aufgabe qualifizierten Personen erforderliche Mindestbudget von 40 00 Euro im ersten Jahr, sei somit gesichert.
Wie berichtet, war am 15. November 2005 bei einer Informationsveranstaltung in der Schranne über die Idee der Installation eines City-Managers informiert worden.
Die Signale der anwesenden Unternehmer ließen sich viel versprechend an. 83 Betriebe erklärten an diesem Abend, sich in die Finanzierung dieser Stelle einbringen zu wollen. Die meisten davon ließen inzwischen Taten folgen, in dem sie die Bankeinzugsermächtigungen ausgefüllt an das Rathaus zurückschickten.
Erfreulich sei, dass zwischenzeitlich auch 19 vor zwei Monaten nicht anwesende Unternehmer auf den Zug aufgesprungen seien, so der Oberbürgermeister. Natürlich werde in den nächsten Wochen versucht, weitere Finanzierungspartner zu gewinnen, denn jeder zuständige Beitrag erhöhe das nach Abzug des Gehalts für gemeinsame Aktivitäten verfügbare Budget.
Auf die Stellen-Ausschreibung hin seien 20 Bewerbungen eingegangen. Interesse bekundet hätten keineswegs nur frisch gebackene Universitätsabgänger, sondern auch einige Leute mit Erfahrung in diesem Bereich, so der Rathauschef, der auf jeden Fall mehr als fünf der Kandidaten für sehr gut geeignet hielte. Noch in dieser Woche werde eine Vorauswahl getroffen. Zur endgültigen Entscheidung darüber, wer den Zuschlag bekomme, seien dann alle Partner, die die Stelle mitfinanzierten, eingeladen, und zwar am Dienstag, den 31. Januar. Gekürt werde der City-Manager in geheimer Wahl, so der OB, der verriet, dass sich unter der aussichtsreichsten Bewerber mehr Frauen als Männer befänden.
Die Chance, dass Dinkelsbühl eine City-Managerin bekomme, stehe also nicht schlecht. In Ermangelung einer Träger-Organisation wird die Stelle, was die juristische Zuordnung und die finanzielle Abwicklung angeht, übergangsweise bei der Stadt angesiedelt. In den nächsten Monaten soll aber, wie Dr. Hammer betont zügig an einem geeigneten unabhängigen Fundament gebastelt werden. Denkbar sei ein von den Geschäftsleuten zu formierender Verein, der den City-Manager anstelle, aber auch eine Gesellschaft. Bis diese Trägerinstitution auf eigenen Füssen stehe, werde das Konto von der Stadtkämmerei geführt. Das Rathaus stelle seinen Apparat aber wirklich nur übergangsweise zur Verfügung, betonte der OB.
Um dies zu unterstreichen, werde das Büro des City-Managers auch bewusst nicht im Rathaus eingerichtet, sondern irgendwo in der Altstadt, vielleicht in den Räumen eines Mitgliedsbetriebs. Wenn die Personalentscheidung gefallen sei, könne es gerne sofort mit Aktionen losgehen, erklärt der Rathauschef.
Dass die vom künftigen City-Manager zu leistende Arbeit weit mehr sein soll, als einen auf Einzel-Events beschränkte Koordinierungstätigkeit, möge sich aber bitte jeder klar machen, so Reinhard Reck. Das zur Verfügung stehende Geld solle nicht für gebündelte Aktionen vor den Marktsonntagen und in der Adventszeit "rausgepfeffert" werden, sondern in eine kontinuierliche, nachhaltige Imagewerbung fließen. In diesem Sinne Akzente zu setzen, mit denen sich die Mitgliedsunternehmen identifizieren könnten, werde eine Hauptaufgabe des City-Managers sein, der darüber hinaus auch Beratungsfunktion haben solle, wenn es bei einzelnen Betrieben um Investitionen oder auch den richtigen Zeitpunkt für die Geschäftsübergabe gehen.

