Fränkische Landeszeitung Sonderbeilage,
City-Manager für neue Impulse
Dinkelsbühler Rathaus will Gewerbe für neuen Stadtmarketing- Anlauf begeistern
Dinkeslbühl (bi) - Feuchtwangen hatten bereits einen. In Dinkeslbühl scheiterten entsprechende Bemühungen bisher. Doch jetzt soll er kommen. Die Rede ist von einem City-Manager, der sich in enger Abstimmung mit den ortsansässigen Gewerbetreibenden, da schließlich auch von dieser finanziert - um eine Aufwertung des Einkaufsstadt-Images Dinkelsbühl kümmern soll. Das Rathaus kann hier auf die Unterstützung der drei heimischen Regionalbanken bauen und hofft auf möglichst große Resonanz bei den Geschäftsleuten.
Vorgestellt werden soll das Konzept im Rahmen eines Unternehmerforums am Dienstag, 15. November ab 19 Uhr im großen Schrannensaal. Wenn alles klappt und wenn sich entsprechend viele Geschäftleute bereit finden. mitzuziehen, könnte der Stadtmarketing-Koordinator im Idealfall bereits Anfang 2006 seine Arbeit aufnehmen.
Die Rechnung: für eine entsprechend qualifizierte Fachkraft mit Manager-Einzug und kreativem Potenzial wir ein Monatsgehalt von 4000 Euro angenommen. Wenn sich and der
Finanzierung der Stelle 100 Geschäft und Firmen beteiligen, bedeutet das einen Monatbeitrag von durchschnittlich 40 Euro, wobei dieser Obolus je nach Größe des Betriebes auch noch einmal geschafft werden würde. Das heißt: Größere Betriebe, höherer Beitrag, kleines Geschäft, niedrigere Summe, und je mehr Mitzahler, desto geringer der Durchschnittsbeitrag.
Für die Aufgabe würde sich laut Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer eine unabhängige Person am besten einigen. Die hätten sämtliche letztlich gescheiterten Bemühungen der Gewerbegruppen, ein wirkungsvolles Stadtmarketing aus eigenen Kräften auf den Weg zu bringen, in den vergangenen Jahren eindeutig gezeigt. Dass im Moment eigentlich keinen aktive örtliche Unternehmervertretung mehr bestellte, wirkte auf den ersten Blick vielleicht nachteilig.
Möglicherweise sei aber gerade dieser Umstand die große Chance, das Projekt jetzt mit voller Kraft zu starten. So jedenfalls deute er diverse Signale von Gewerbetreibenden: "Da gibt es viele, die sagen: Wenn wir´s jetzt nicht schaffen, schaffen wir`s nie." Das sei eine viel versprechende Stimmungslage, so Dr. Hammer. Das über dies alle drei Regionalbanken mit im Boot seinen, könne sich zusätzlich
positiv auswirken, denn deren gleichrangige Einbindung sorge für den erforderlichen Neutralitätsschub. Hinsichtlich des von jedem Einzelnen zu leistenden Finanzierungsanteils helfe vielleicht auch de Hinwies, dass durch das Mitwirken im örtlichen Interessenvertretungen bisher auch solche Beiträge fällig geworden seien. Wer diese derzeit gesparte Summen als Grundstock für die künftige Mitfinanzierung eines City- Managers betrachte, tue sich bestimmt leichter, die Sache interessant zu finden, so der Rathauschef.
Bereits berufen von Dinkelsbühler Stadtrat auf Werkvertragbasis für das komplette Jahr 2006 ein Koordinator für Projektmanagement, Stadtmarketing und - entwicklung. Reinhard Reck der sich in den vergangen zwei Jahren um Imagewerbung, etwa bezogen auf das Historische Museum oder andere touristische Projekte, gekümmert hat, soll diese Tätigkeit in den nächsten zwölf Monaten noch ausdehnen und würde den künftigen Citymanager, so er denn käme, während seiner ersten zwölf Monaten bei seiner Arbeit in Dinkelsbühl aktiv begleiten. Ideen sind vorhanden, zum Teil schon seit Jahren.
Laut Reck wird es darum gehen, mit wenig Geld viele davon zu verwirklichen, in jedem Fall aber mehr als bisher. Kurzfristig umsetzbar wäre lauf Reck auch schon relativ einfache Dinge, die dennoch wirkungsvoll seinen, etwa kein System aus einheitlich gestalteten Schaufensterelementen, die im Zwei - Wochen - oder im Monats- Turnus ausgewechselt werden könnte. Denkbar sei auch die verstärkte Aufnahme von Produkten ins Sortiment, die einen eindeutigen Dinkelsbühl- Bezug, etwa über die Kinderzeche hätten. Natürlich empfehle es sich auch, einheitliche Ladenöffnungszeiten in Angriff zu nehmen, und zwar insbesondere am Samstag. So könne beispielsweise versucht werden, möglichst viele Geschäfte dafür zu gewinnen, am Samstag bis 17 Uhr auf zu haben. Entscheidend sei, eine Imagekampagne zu starten, die das Ziel habe, das ganz individuelle Einkaufsstadt-Profil Dinkelsbühl zu betonen. Es sein ein Trugsschluss zu glauben, dass es reiche, sich hier auf ein paar Events zu konzentrieren. Dafür alles Geld zu "verbraten", bringe nicht den nachhaltigen Effekt, um den es bei einem wirkungsvollen City-Marketing gehen müsse, so Reinhard Reck.

