Fränkische Landeszeitung, 4./5.03.2005
Das gemeinsame Ziel lautet: Als Gesamtstadt konkurrenzfähig sein
DINKELSBÜHL (sc) - City-Management seit dieser Woche und Stadtmarketing seit Beginn dieses Jahres sind zwei neue Felder im Bemühen, die Stadt Dinkelsbühl voranzubringen. Hinzu kommt die bewährte Arbeit des Touristik Service Dinkelsbühl (TSD). Zählt man die Wirtschaftsförderung und die Pressearbeit im Rathaus mit, dann stehen die Anstrengungen, die man in Dinkelsbühl unternimmt, um die Stadt bekannt zu machen und damit gute Arbeitsbedingungen für möglichst viele Bürger zu schaffen, auf fünf Beinen.
Das für die Stadtentwicklung mit verantwortliche Stadtbauamt und den Oberbürgermeister mitgerechnet, sind für Dinkelsbühl die sprichwörtlichen „Sieben Schwaben“ im Einsatz. Die „Sieben Schwaben“ waren bekanntlich die tapferen Helden eines derben mittelalterlichen Schwanks. Ins mittelalterliche Dinkelsbühl passen sie daher recht gut, gehörte doch die Stadt einst zum Schwäbischen Bund, der sich in der Blütezeit Dinkelsbühls lange vor dem 30-jährigen Krieg um die Erhaltung des Landfriedens bemühte.
Von neuer Blüte, die sich nach dem Ende des 30-jährigen Krieges in Dinkelsbühl nie mehr wirklich einstellen wollte, träumt man in der Wörnitzstadt schon sehr lange. Wenn sich die jetzt in der Stadt tätigen modernen „Sieben Schwaben“ kräftig einsetzen und vor allem die Bevölkerung hinter sich scharen können, dann dürften die Chancen für Dinkeisbühl nicht schlecht stehen, in gemeinsamer Anstrengung einen „Sieben-Meilen-Stiefel“-Schritt nach vorn zu tun.
Hinter sich hat die neue City-Managerin Annette Kolb, die am 1. März ihre Arbeit aufnahm, 100 Gewerbetreibende. Sie soll daher, wie es Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer formuliert, als „Sprachrohr der Unternehmer gegenüber, der Stadt“ auftreten und die „Interessen der Unternehmer parteilich‘ einbringen“. Zunächst ist Annette Kolb über einen Werkvertrag bei der Stadt angestellt, da die Unternehmer sich noch nicht zu einem eingetragenen Verein oder zu einer Gesellschaft mit beschränkter‘ Haftung (GmbH) als Basis für die Arbeit der City-Managerin zusammenschlossen haben. Eine der ersten Arbeiten von Annette Kolb wird daher sein, eine ‚Rechtsform für den Zusammenschluss der Gewerbetreibenden auf die Beine zu bringen, damit das City-Management unabhängig von der Stadtverwaltung laufen kann.
Zum Start ihres Wirkens plant Annette Kolb gemeinsam mit Reinhard Reck, am Rathaus für Stadtmarketing zuständig, und Thomas Staufinger, in der Stadtverwaltung mit der Wirtschaftförderung betraut, die Aktion „Unternehmen zeigen Flagge“. Fahnen am Weinmarkt und vor jedem Unternehmen sollen den Aufbruch in der Stadt signalisieren.
Einbringen will ich die City-Managerin in den Ostermarkt am 1. und 2. April im Spitalhof und in den Georgi-Jahrmarkt am 23. April. Bei der Eröffnung der Karpfen-Saison im August am Rothenburger Weiher sollen Einzelhandel, Aktiv-Gastronomen und Teichgenossenschaft zusammenarbeiten. Für das City-Management in Dinkelsbühl soll ein Logo gefunden werden. Reinhard Reck hat hierfür mehrere Vorschläge entworfen. Die Unternehmer sollen das passende Logo auswählen.
Als Stadtmarketing-Mann soll Reinhard Reck die beiden Säulen - Innenstadt und Außenbezirke — stärken, denn so formuliert er, „Dinkelsbühl muss als Gesamtstadt konkurrenzfähig sein.“ Insbesondere gelte es, Kunden aus dem Hesselberg-Raum anzuziehen. Dies sollte mit einem neuen Einkaufs-Zentrum gelingen, für das bei der Stadt nun der Bauantrag eingegangen ist: Im Gewerbegebiet Ost sollen direkt an der Wassertrüdinger Straße 2600 Quadratmeter Verkaufsflächen entstehen. Einziehen wollen ein Discounter, der bisher schon in „Ost“ vertreten ist, ein Drogerie-Markt mit CD-Abteilung, eine Schuh- und eine Textil-Handelskette. Von diesem neuen Markt wird der Brückenschlag in die Altstadt sehr wichtig werden, sagt der Oberbürgermeister.
Gleiches gilt für den Indoor-Spielplatz am Ellwanger Kreuz im Westen der Altstadt. Dieser hätte sich an Wochenenden zu einem Zugpferd entwickelt. Besucher kämen aus den Nachbarlandkreisen Ostalb, Schwäbisch Hall, Donau-Ries und Weißenburg-Gunzenhausen. Es müsse daher gelingen, den „Sprung in die Altstadt“ zu schaffen, damit dort Gastronomie und Einzelhandel gestärkt werden. Reinhard Reck sagt dazu, „Leute sind da, man muss sie nur abholen.“
Wichtig im gesamten Marketing-Prozess für Dinkelsbühl ist nach Ansicht der Verantwortlichen auch das soziale Engagement von Unternehmern, das man werbetechnisch umsetzen könne. Wenn Betriebe freiwillig Leistungen der Stadt wie Knabenkapelle oder Theater unterstützen, dann müsse man dies herausstellen. Gleiches gelte, wenn Firmen Praktikumsplätze anbieten.

