Hohenloher Tagblatt , 04.02.2006
Nur eine kam durch
Mehr als 20 bewarben sich, fünf kamen in die Endauswahl, vier traten an und Annette Kolb ist die (erste) Dinkelsbühler City-Managerin.
RALF E. STEGMAYER
DINKELSBÜHL - Ein außergewöhnlicher Abend: Vor weit mehr als hundert Gästen aus Handel, Gastronomie und Gewerbe präsentierten sich kürzlich vier Bewerberinnen im Schrannensaal um den vakanten Posten einer City-Managerin für die Große Kreisstadt. Zum Schluss und nach einer geheimen Abstimmung machte die gebürtige Dinkelsbühlerin Annette Kolb das Rennen.
Die 28-jährige Soziologin wird deshalb in nächster Zeit von Bamberg zurück an die Wörnitz ziehen und künftig als qualifizierte Mittlerin zwischen örtlicher Wirtschaft und Stadtverwaltung ihre Aufgaben angehen.Die drei anderen Kandidatinnen aus Fichtenau, Neuffen und Schweinfurt hatten das Nachsehen, wurden von den Anwesenden allerdings mit viel Applaus und Anerkennung bedacht.
Im November forderte Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer beim Unternehmerforum das örtlich Gewerbe auf, sich zusammenzuschlieflen und aktiv an der "Einkaufs- und Erlebnisstadt Dinkelsbühl" mitzuarbeiten. Er wies darauf hin, dass weder ein Gewerbeverein noch eine Werbegemeinschaft dies tue und so seit Jahren viel gejammert und viel Potenzial verschenkt
werde.
Schon damals zeigten die Appelle des OBs Wirkung: Mehr als 80 Geschäftsleute entschlossen sich spontan, Hammers Vision von Stadtmarketing und City-Management zu folgen und diese mitzufinanzieren; mittlerweile machen 100 Betriebe gemeinsame Sache für ihr Tun und die Stadt und sorgen mit rund 55.000 Euro Mitgliedsbeiträgen pro Jahr dafür, die nötigen Personal- und Sachkosten aufzubringen.
Zurück zu Annette Kolb. Die DiplomSoziologin überzeugte die anwesenden Unternehmensvertreter mit ihrem Auftreten und vor allem mit ihren Erfahrungen in Sachen Regionalmarketing,die sie bereits in verschiedenen Projekten sammelte.Auch das für den Job und Standort passende Thema ihrer Diplomarbeit wusste zu punkten: "Die Kleinstadt auf demWeg in dieModerne".
Die "Moderne" scheint für Dinkesbühl in Person Christoph Hammers eingetreten zu sein. Nicht umsonst trat nach der Wahl ein Sprecher der Gewerbetreibenden vors Mikrofon und dankte dem 44-jährigen Stadtoberhaupt für sein Engagement und Durchsetzungsvermögen: "Mit ihnen zusammen, Herr Bürgermeister, können wir es schaffen."

