Scheitern des Gemeinschaftsprojektes wäre fatel
Gründung eines Trägervereins Citymarketing: Jens Bergler und Andrea Doberstein wenden sich an noch unentschiedene Kollegen
Für möglichst breite Präsenz bei Termin am 27. Februar geworben – Zahl der positiven Rückmeldungen inzwischen gestiegen
Dinkelsbühl (bi) – Klappt es nicht mit der Gründung eines Trägervereins, für den mindestens 80 zahlungsbereite Betriebe benötigt werden dann steht der erst vor einem Jahr begonnen Citymarketing-Prozess vor dem Aus. An dieser Grundkonstellation hat sich nicht geändert. Die Vorzeichen stehen inzwischen allerdings etwas günstiger aus als noch vor einigen Wochen, denn die Zahl der bei Citymanagerin Annette Kolb eingegangenen positiven Rückmeldungen ist inzwischen auf über 70 angestiegen. Weil es sich hier aber noch nicht um verbindliche zusagen handelt, meldeten sich gestern zwei Geschäftsleute mit dem dringenden Appell an bisher noch unentschiedene Kollegen, auf den Zug aufzuspringen und so die Fortführbarkeit für die Stadt wichtigen Projektes zu garantieren.
Jens Bergler und Andres Doberstein, die als Stellvertreter ihrer Branchen dem bestehenden Citymarketing Arbeitskreis angehören, unterstrichen gegenüber der Fränkischen Landeszeitung die Wichtigkeit einer möglichst breiten Unternehmerpräsenz bei der am Dienstag, 27. Februar , ab 19.30 Ur im Kleinen Schrannensaal geplanten Zusammenkunft, die den Rahmen für die Gründung eines Trägervereins bilden soll. Was in den ergangen zwölf Monaten an Aktivitäten und Aktionen auf die Beine gestellt worden sei, habe sehr gut funktionier Und die für 2007 angedachten Projekte seien ebenfalls sehr viel versprechend. Es dürfe nicht passieren, dass der eingeschlagene positive Weg jetzt schon wieder ende.
Möglicherweise seien gewisse Irritationen eingetreten, weil der Einladungsbrief der Citymanagerin an die Betriebe einige etwas forsche Formulierungen enthalten habe. Denkbar sei ferner, dass der eine oder anderer Adressat konkretere Angaben bezüglich des zu erwartenden Mitgiederbeitrags vermisst habe. Vielleicht könne die anfängliche Zurückhaltung vieler Betriebsinhaber auch daraus erklärt werde, dass die schriftliche Rückmeldung als verbindliche Beitrittserklärung verstanden worden sei. Hier könne aber Entwarnung gegeben werden, so Bergler und Doberstein: Verbindlich sei erst die am 27. Februar zu leistende Unterschrift unter die offizielle Beitrittserklärung. Es möge also bitte jeder Gewerbetreibende und Freiberufler, der dies einrichten könne, an diesem Abend in der Schranne erscheinen, denn dort werde umfassend über alle Modalitäten informiert, insbesondere über die Details zu den Jahresbeiträgen, deren Höhe sich letztendlich nach der Zahl der Mitglieder richte. Je mehr Betriebe auf den Zug aufsprängen, desto größer sei der Spielraum für eine mögliche Reduzierung des Beitrags.
Ein Scheitern des Projekts zum jetzigen Zeitpunkt bezeichneten Andrea Doberstein und Jens Bergler als fatal für das wirtschaftliche Gefüge Dinkelsbühls. Frühere Organisationsstrukturen mit Gewerbeverband oder Werbegemeinschaft seien nicht mehr funktionsfähig gewesen. Es gebe deshalb auch keine Alternative zum Citymarketing, wenn der allgemeine Wunsch, die Einkaufstadt mit Gemeinschaftsaktionen attraktiv zu halten, noch Bestand haben solle. Ihre volle Wirkung könne diese Bewegung allerdings nur entfalten, wenn sie es schaffe, auf eigenen Füßen zu stehen. Deshalb brauche man jetzt einen unabhängigen Verein als Basis. Die Zusammenarbeit mit dem Rathaus als Partner sei von vornherein nur als Übergangslösung gedacht gewesen. Die Loslösung vom Rathaus müsse auch deshalb erfolgen, weil der Unternehmerverbund auch in der Lage sein müsse, Stellung zu beziehen gegen aus seiner Sicht problematische Weichenstellungen der politischen Entscheidungsträger, so Doberstein und Bergler, die hier beispielsweise auf für alteingesessene Betriebe negative Discounteransiedlungen anspielten. Es könne im Übrigen keiner übersehen haben, dass das Citymanagement erfolgreich gearbeitet habe. Dinkelsbühl sei- auch durch dessen Aktionen – in den vergangenen zwölf Monaten in den Medien präsenter gewesen als je zuvor. Um bei der Werbung sei jedes Mitglied durch die aus dem Verbund resultierenden Synergieeffekte günstiger gefahren. Die Einbindung der Banken sei ein weiterer wichtiger Vorteil. Dies alles dürfe jetzt nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden, so Andres Doberstein und Jens Bergler: „In vielen Städten läuft es“ Dinkelsbühl müsse sehen, dass es zu diesen Kommunen dazu gehöre.
Fränkische Landeszeitung, Donnerstag 1. März 2007, Jügen Binder

